Paddler auf der Hauptspree in Lübben. Auf der rechten Seite steht ein Heuschober.

Foto: Spreewald-Info.de

Fair zur Natur

Der Spreewald ist mehr als nur ein schöner Ort zum Paddeln – er ist ein echtes Naturparadies. Mit seinen stillen Wasserwegen, dichten Wäldern und artenreichen Lebensräumen gehört er zu den besonders geschützten Gebieten in Deutschland. Als UNESCO-Biosphärenreservat steht er für das Zusammenspiel von Mensch und Natur – und genau das macht ihn so besonders.

Wenn du hier unterwegs bist, bist du Gast in einem empfindlichen Ökosystem. Die Natur hier reagiert sensibel – auf Lärm, Müll, Betreten von Uferzonen oder das Verlassen der Wasserwege. Deshalb ist es wichtig, dass du dich rücksichtsvoll und verantwortungsbewusst verhältst. Nicht, weil es Vorschriften sind – sondern weil es die Landschaft verdient.

Dazu gehört: auf den Wegen bleiben, Tiere nicht stören, Pflanzen stehen lassen, Müll wieder mitnehmen und motorlose Boote bevorzugen. So einfach ist das oft. Und so wirkungsvoll.

Dein Verhalten macht den Unterschied

Indem du achtsam paddelst, Rücksicht nimmst und dich an die Regeln hältst, hilfst du mit, diesen besonderen Ort zu bewahren – für dich, für andere und für die, die nach dir kommen. Der Spreewald lebt davon, dass Menschen ihn lieben und gleichzeitig schützen.

Ein rotes 3er Kajak und Bäume spiegeln sich im Wasser. Das Paddelboot fährt auf dem Burg Lübbener Kanal in Lübben.

Kähne haben immer Vorfahrt

Wenn du im Spreewald unterwegs bist, wirst du ihnen oft begegnen: den traditionellen Spreewaldkähnen. Sie gehören zum Landschaftsbild genauso wie die Fließe und die stillen Ufer. Schon seit Jahrhunderten werden sie hier genutzt – früher für den Transport von Waren, heute meist für Gäste, die die Region vom Wasser aus erleben wollen.

Wichtig zu wissen: Kähne haben immer Vorfahrt.

Wenn du im Paddelboot unterwegs bist, heißt das: rechtzeitig Platz machen und warten, bis der Kahn vorbeigefahren ist. Am besten suchst du dir eine ruhige Stelle am Rand, hältst kurz an und lässt ihn in Ruhe passieren.

Das ist nicht nur eine Frage der Sicherheit, sondern auch des Respekts – gegenüber den Fährleuten, den Gästen an Bord und der langen Tradition, die mit diesen Kähnen verbunden ist.

Halte also auf deiner Tour immer Ausschau nach Kähnen – und gib ihnen den nötigen Raum. So bleibt es entspannt auf dem Wasser – für alle.

Verhaltensregel im Spreewald: Kähne haben immer Vorfahrt

Boote um die Schleusen tragen

Die Schleusen im Spreewald erfüllen eine wichtige Aufgabe: Sie regulieren die Wasserstände und sorgen dafür, dass Boote und Kähne die Höhenunterschiede zwischen den Fließen überwinden können. Doch bei jedem Schleusenvorgang gehen rund 40.000 Liter Wasser verloren – eine Menge, die im sensiblen Ökosystem des Spreewalds zählt.

Darum unsere Bitte an dich:
Wenn du mit dem Paddelboot unterwegs bist, verzichte möglichst auf das Durchfahren der Schleusen. Halte vorher an, trage dein Boot kurz um die Schleuse herum und setze dahinter wieder ein. So hilfst du mit, wertvolles Wasser zu sparen – und schützt eine zentrale Ressource dieser einzigartigen Landschaft.

In Ausnahmefällen – zum Beispiel, wenn ein Kahn bereits in der Schleuse ist und noch Platz bleibt – kannst du nach freundlicher Absprache mit dem Fährmann eventuell mit einfahren. Aber auch hier gilt: zuerst fragen, dann handeln.

Mit kleinen Gesten sorgst du dafür, dass der Spreewald auch morgen noch so lebendig und wasserreich ist wie heute.

Verhaltensregel im Spreewald: Boote um die Schleuse tragen

Promillegrenze von 0,5

Sobald du im Spreewald mit dem Boot unterwegs bist, gilt: Sicherheit geht vor. Dazu gehört auch die Einhaltung der gesetzlichen Promillegrenze von 0,5 – genau wie im Straßenverkehr.

Das bedeutet: Du darfst nur in begrenztem Maß Alkohol trinken, wenn du ein Boot führst – egal ob Paddelboot, Canadier oder Kajak. Wer zu viel trinkt, bringt nicht nur sich selbst, sondern auch andere auf dem Wasser in Gefahr.

Achte also bewusst auf deinen Alkoholkonsum, besonders vor oder während deiner Tour. Schon ein Glas kann die Reaktionsfähigkeit beeinflussen – und auf den schmalen Fließen des Spreewalds braucht es Aufmerksamkeit, Gleichgewicht und Rücksicht.

Mit klarem Kopf paddelst du sicherer – und kannst die Ruhe der Natur ganz bewusst genießen.

Verhaltensregel im Spreewald: Promillegrenze von 0,5 beachten

Verkehrszeichen auf dem Wasser kennen

So wie auf der Straße gibt es auch im Spreewald Verkehrszeichen auf dem Wasser. Sie regeln, wer Vorfahrt hat, zeigen dir Fahrtrichtungen an, warnen vor Gefahrenstellen oder verbieten bestimmten Booten die Durchfahrt – etwa Sportboote in engen Bereichen oder sensiblen Zonen.

Damit du sicher und regelkonform unterwegs bist, solltest du dich vor deiner Tour mit den wichtigsten Wasserzeichen vertraut machen. Viele Verleihstationen stellen Infomaterial bereit – und auch online findest du übersichtliche Darstellungen der Symbole.

Denn wenn sich alle an die Regeln halten, bleibt der Verkehr auf den Wasserwegen flüssig und sicher – für dich, für andere Paddler und für die Spreewaldkähne, die ebenfalls unterwegs sind.

Halte also unterwegs immer die Augen offen – und achte auf die Zeichen. Sie helfen dir, Unfälle zu vermeiden und die besondere Ruhe des Spreewalds zu bewahren.

Verhaltensregel im Spreewald: Verkehrszeichen auf dem Wasser kennen

Boote nur an den öffentlichen Ausstiegen verlassen

Die Ufer im Spreewald sind empfindlich. Jeder Tritt ins Schilf, auf feuchte Wiesen oder in flache Böschungen kann Spuren hinterlassen – Spuren, die sich nur langsam wieder zurückbilden. Genau deshalb gilt: Steig bitte nur an den dafür vorgesehenen, öffentlichen Ausstiegen aus deinem Boot.

Diese Ausstiege wurden bewusst so angelegt, dass sie die Natur so wenig wie möglich belasten. Sie sind befestigt, gut erreichbar und helfen mit, die sensiblen Uferzonen und die Vegetation zu schützen.

Vermeide es, irgendwo am Ufer anzulegen oder spontan auszusteigen. Das schützt nicht nur Pflanzen und Tiere, sondern auch dich – denn Verstöße können Bußgelder nach sich ziehen.

Mit ein wenig Rücksicht kannst du dazu beitragen, dass der Spreewald seine Ursprünglichkeit behält – für dich, für andere Paddler und für die Natur selbst.

Verhaltensregel im Spreewald: Boote nur an den öffentlichen Ausstiegen verlassen

Abstand zu Uferzonen

Die Ufer des Spreewalds sind mehr als nur schöne Kulisse – sie sind Lebensraum. Hier brüten Vögel, wachsen seltene Pflanzen und leben Tiere, die auf ungestörte Rückzugsorte angewiesen sind.

Wenn du mit dem Boot unterwegs bist, gilt deshalb: Halte ausreichend Abstand zu den Ufern. So vermeidest du, dass Pflanzen beschädigt oder Tiere aufgeschreckt werden. Besonders in engen Fließen oder bei niedrigem Wasserstand ist das wichtig.

Achte auf ausgeschilderte Abstandsregelungen – sie zeigen dir, wie viel Raum du der Natur lassen solltest. Und auch ohne Schild gilt: Je weiter du vom Ufer bleibst, desto ungestörter bleibt das Leben dort.

Mit deinem Verhalten trägst du dazu bei, dass der Spreewald so ruhig und lebendig bleibt, wie du ihn erleben möchtest.

Verhaltensregel im Spreewald: Abstand zu den Uferzonen halten, Lebensraum der Pflanzen und Tiere

Keine Pflanzen abpflücken

Im Spreewald wachsen Pflanzen, die du anderswo kaum noch findest – selten, geschützt, empfindlich. Diese Vielfalt macht die Region so besonders. Doch genau deshalb gilt: Lass die Pflanzen dort, wo sie wachsen.

Das Pflücken ist verboten. Nicht nur, weil es gesetzlich geregelt ist – sondern weil jeder Eingriff das Gleichgewicht der Natur stört. Viele Arten stehen unter Schutz, und schon ein einzelnes fehlendes Blatt oder eine gepflückte Blüte kann Folgen haben: für Insekten, für Bestäubung, für das nächste Frühjahr.

Also: Genieß die Farben und Formen, aber mit den Augen. Mach ein Foto, nimm eine Erinnerung mit – aber nicht die Pflanze selbst.

Mit deinem Verhalten hilfst du mit, die Flora des Spreewalds in ihrer Ursprünglichkeit zu bewahren. Für dich. Für andere. Für morgen.

Verhaltensregel im Spreewald: keine Pflanzen abreißen oder abpflücken

Müll nicht in der Natur lassen

Wenn du mit dem Boot im Spreewald unterwegs bist, gilt: Was du mitbringst, nimmst du auch wieder mit. Ein verantwortungsvoller Umgang mit Abfall ist einer der einfachsten, aber wirkungsvollsten Beiträge zum Umweltschutz in dieser besonderen Landschaft.

An vielen Schleusen findest du Mülleimer – nutze sie. Wenn du unterwegs keinen Entsorgungsplatz erreichst: Pack deinen Müll ein und bring ihn bis zur nächsten Gelegenheit mit.

Denn was achtlos liegen bleibt, kann Tiere verletzen, das Wasser verschmutzen und die Natur auf lange Sicht schädigen.

Mit einem kleinen Handgriff trägst du dazu bei, dass der Spreewald auch für andere ein unberührter Ort bleibt – sauber, leise und lebendig.

Verhaltensregel im Spreewald: Müll nicht in der Natur lassen

Grillen, Feuer und Zelten

Der Spreewald ist ein geschützter Naturraum – und damit auch ein Ort, an dem nicht überall alles erlaubt ist. Wenn du grillen, Feuer machen oder zelten möchtest, gilt: Nur auf den ausgewiesenen Plätzen.

Diese Flächen sind speziell dafür eingerichtet – so, dass die Natur geschont und die Sicherheit gewährleistet ist. Denn offene Feuerstellen in der freien Landschaft können schnell zur Gefahr werden – für Tiere, Pflanzen und für dich selbst.

Informier dich am besten vorab bei der Tourist-Info, welche Plätze erlaubt sind. Nutze diese verantwortungsvoll – und hinterlass sie so, wie du sie vorfinden möchtest: sauber, unbeschädigt und naturverträglich.

So hilfst du mit, dass der Spreewald wild bleibt – aber sicher.

Verhaltensregel im Spreewald: Grillen, Feuer und Zelten nur an vorgesehenen Plätzen

Ruhe im Spreewald einhalten

Im Spreewald leben Tiere, die du selten zu Gesicht bekommst – weil sie scheu sind, gut getarnt oder einfach auf Stille angewiesen, um sich wohlzufühlen. Ob Fischotter, Eisvogel oder Kranich: Viele dieser geschützten Arten reagieren empfindlich auf Lärm.

Wenn du paddelst, wanderst oder pausierst – sei leise. Vermeide laute Gespräche, Musik oder andere Geräusche, die die Tiere aufschrecken könnten. Denn Lärm kann Lebensräume stören und dazu führen, dass sich Tiere zurückziehen oder ihren Nachwuchs verlassen.

Genieß die Ruhe – sie ist Teil der Erfahrung. Wer achtsam unterwegs ist, erlebt die Natur intensiver – und trägt gleichzeitig dazu bei, dass der Spreewald als Lebensraum erhalten bleibt.

Verhaltensregel im Spreewald: Ruhe im Spreewald einhalten, dem Lebensraum seltener Tiere

10 Verhaltensregeln im Spreewald als PDF

Ob du als Gast den Spreewald erkundest oder als Gastgeber deine Besucher unterstützen willst – mit unserer kompakten PDF-Vorlage hast du die 10 wichtigsten Verhaltensregeln für das Biosphärenreservat immer griffbereit.

Die PDF zeigt dir auf einen Blick, worauf es ankommt:
Vorfahrt für Kähne, Promillegrenze (0,5), richtiger Umgang mit Müll, Abstand zu Uferzonen, Verkehrszeichen – alles übersichtlich erklärt und mit leicht verständlichen Grafiken ergänzt.

Du kannst die Datei auf dem Smartphone, Tablet oder PC nutzen – oder ausdrucken, wenn du unterwegs lieber analog bleibst.

Indem du dich informierst und die Regeln beachtest, schützt du aktiv die Natur des Spreewalds. So hilfst du mit, dass diese besondere Landschaft auch in Zukunft lebendig und erlebbar bleibt.

👉 Jetzt herunterladen und ein Zeichen setzen – für Rücksicht, Natur und gemeinsames Erleben.