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Foto: Spreewald Info

Hausmittel im Spreewald

Ob bei Ohrenschmerzen, Husten oder einfach, wenn man schlecht schläft – früher griff man im Spreewald nicht gleich zu Tabletten. Man nahm, was der Garten, die Wiese oder der Waldrand hergaben.

Viele dieser Hausmittel sind bis heute überliefert, und manch einer schwört auch heute noch darauf. Einfach, natürlich, mit dem, was da ist – genau das macht sie so besonders.

Hier findest du eine kleine Sammlung klassischer Spreewälder Hausmittel – von wärmendem Holundersaft bis zum Schlaftee aus Minze und Mohnblüten. Vielleicht findest du ja das ein oder andere alte Rezept wieder, das dir schon deine Oma empfohlen hat.

Heilpflanzen aus dem Spreewald

Der Spreewald ist nicht nur für seine Gurken bekannt – auch die Kräuter, die hier wachsen, sind Teil der regionalen Kultur. Löwenzahn, Salbei, Minze, Mohn, Majoran, Dill, Huflattich – sie alle kommen in alten Hausmitteln vor.

Was die Großeltern noch wussten: Für jedes Wehwehchen gibt’s ein passendes Kraut. Und oft reicht schon ein Tee oder Wickel, um sich besser zu fühlen. Viele der Rezepte sind denkbar einfach – brauchen nur Wasser, Wärme und Geduld.

Die Wirkstoffe der Pflanzen helfen gegen typische Beschwerden wie Reizhusten, Ohrenschmerzen oder Müdigkeit. Andere wie Dill oder Fenchel beruhigen den Magen. Und selbst bei Insektenstichen oder Warzen gibt’s natürliche Helfer.

Dieses alte Wissen wird im Spreewald bis heute gepflegt – in Familien, auf Märkten, in kleinen Manufakturen. Wer es ausprobiert, merkt schnell: Vieles funktioniert tatsächlich.

Beispiele für Spreewälder Hausmittel

Mittelohrentzündung
Leinsamen in wenig Wasser kochen, abseihen und heiß in einen Leinenbeutel geben. Den Beutel auf das kranke Ohr legen.

Grippe
Der Saft der heimischen Holunderbeere heiß gemacht und dann mit etwas Zucker und Zitrone nach Geschmack abgerundet, ergibt ein altes Hausmittel.

Heiserkeit, Reizhusten
warmes Leinöl trinken

Appetitlosigkeit
Löwenzahntee. Auf eine Tasse Wasser 2 Teelöffel Kraut geben, eine Minute kochen und 10 Minuten ziehen lassen.

Schlaflosigkeit
Spreewälder Schlaftee: Salbei- und Minzeblätter, Blütenblätter vom Mohn, einige Minuten im heissen Wasser ziehen lassen, Mohnblüten erst kurz vor dem Trinken dazugeben.

Zahnschmerz
frisch geriebenen Meerrettich auf die schmerzende Stelle streichen

Warzen
mit Leinöl bestreichen

Prellungen
gequetschte Blätter des Majoran, vermischt mit Honig, auf die betroffene Stelle streichen

Müdigkeit
ein Fußbad mit einer Handvoll Bohnenkraut wirkt anregend und nimmt die Müdigkeit

Haarausfall
Haarspülung. Eine Handvoll Huflattichblüten mit einem halben Liter kochendem Wasser übergießen und abkühlen lassen.

Brechreiz
Einen Tee aus zerquetschten Dill- oder Fenchelsamen herstellen und in kleinen Schlucken trinken.

Insektenstiche
Eine Zwiebel teilen oder Meerrettich reiben und auf die Stichstelle pressen oder reiben.

Ein Besuch im Freilandmuseum Lehde

Bei einem unserer Besuche im Freilandmuseum Lehde ist uns diese Tafel aufgefallen.

Die Überschrift lautet "Pflanzen und Tiere als Wetterkünder".

Ein paar Bauernweisheiten möchten wir vorstellen:
Heidekraut: Blüht die Heide bis an die Spitze, bleibt noch lange große Hitze. Klee: Hebt der Klee die Köpfe, ohne die Blätter zu öffnen, kommt bald ersehnter Regen. Birke: Scheidet die Birke viel Saft aus, wird es eine verregnete Sommerzeit. Weißstorch: Kommt der Storch sehr spät in den Spreewald, wird der Sommer verregnet. Mücken: Mückenschwärme im Februar künden ein kaltes Frühjahr an. Mückenplage im Herbst, läßt auf einen milden Winter hoffen. Nachtigall: Singt die Nachtigall die ganze Nacht, gibt es schönes Wetter. Naht Regen, verstummt sie.