Hero image

Foto: Spreewald Info

Oberspreewald

Der Oberspreewald bildet den südlichen Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Spreewald. Er erstreckt sich von der engen Einmündung bei Striesow-Fehrow bis zur Verengung bei Lübben und ist mit seinem geringen Gefälle von etwa 7 m auf 34 km ein typisches Binnendelta.

Hier weitet sich die Spree auf ein filigranes Labyrinth aus hunderten natürlicher und künstlicher Wasserläufe, die sich mit Feuchtwiesen, Niederungswäldern und Streuobstwiesen abwechseln. Das Zusammenspiel von Wasser und Land prägt nicht nur die Landschaft, sondern auch das Leben in den Dörfern und auf den Höfen entlang der Fließe.

Geografie & Entstehung

Am Ende der letzten Eiszeit formte das abschmelzende Gletschereis im Baruther Urstromtal ein Binnendelta, das den Grundstein für die heutige Flussverzweigung legte.

Durch Rodungen ab dem 11. Jahrhundert und den Bau erster Stauanlagen im 12. Jahrhundert entstanden Kanäle, die über Jahrhunderte zur Entwässerung und Bewirtschaftung dienten.

Zwischen Straupitz im Osten und Vetschau im Westen weitet sich der Oberspreewald auf bis zu 15 km Breite, bevor er bei Lübben wieder eng zusammenläuft. Dieser feuchte Kern der Spreeau ist durch sein minimal abfallendes Gelände ideal für flache Fließe, die sich kaum tiefer als einen Meter eingraben.

Flora & Fauna

Im Inneren Oberspreewald befinden sich weite Flächen des Erlenbruchwaldes, der einst dominierender Lebensraum war und heute fast nur noch in Restbeständen existiert.

Entlang der Uferränder gedeihen Hochstaudenflure mit Pfeifengras, während sich in langsam fließenden Gräben Krebsscherengesellschaften und Froschbiss-Gesellschaften ausbreiten.

Das FFH-Gebiet „Innerer Oberspreewald“ ist ein bedeutendes Reproduktionsrevier für Fischotter und Biber, beherbergt seltene Muscheln sowie Libellenarten und die stark gefährdete Bauchige Windelschnecke.

FFH-Gebiet: Fauna-Flora-Habitat-Gebiet

Schutz & Management

Seit 1991 steht der gesamte Spreewald unter UNESCO-Schutz als Biosphärenreservat, das den Ausgleich von Naturschutz und nachhaltiger Nutzung fördert.

Der Oberspreewald ist in vier Schutzzonen gegliedert: Kernzonen, Pflegezonen, Entwicklungszonen und Pufferzonen, in denen von strenger Naturbeobachtung bis zu sanfter Waldnutzung alles möglich ist.

Ein Teil als Naturschutzgebiet ausgewiesene FFH-Gewässer werden regelmäßig gepflegt, um den Wasserhaushalt zu stabilisieren und die Auenlebensräume langfristig zu erhalten.

Dörfer, Kultur & Erreichbarkeit

Traditionsreiche Orte wie Lübbenau, Lehde und Burg liegen mitten im Oberspreewald und erzählen die Geschichte der sorbischen Siedler, die im 6. Jahrhundert erste Ackerflächen anlegten.

Das Freilandmuseum Lehde zeigt historische Spreewaldhäuser, während in Burg die größte Streusiedlung Deutschlands Kulturgut bewahrt. Die Dörfer sind über ein dichtes Netz von Rad- und Wanderwegen sowie Kahn- und Kanurouten miteinander verbunden – ideal, um die Auenlandschaft zu Fuß, Rad oder Floss zu erkunden.