Foto: Spreewald-Info.de
Geschichte der Streusiedlung Burg
Burg wurde erstmals in einer Urkunde vom 29. September 1315 erwähnt, als ein Teil der Besitztümer von Lübbenau verkauft wurde, einschließlich der Fischereirechte. Zu dieser Zeit lebten etwa 300 Einwohner in Burg, und es gab bereits eine Mühle. Der Besitz wechselte von Bodo dem Älteren von Ileburg zu Ritter Christian von Langen und dessen Söhnen. Es wird vermutet, dass Bodo aufgrund einer Überschwemmung und der daraus resultierenden Hungersnot zu diesem Verkauf gezwungen war.
Auf dem Schlossberg, etwa 62 Meter hoch und nördlich von Burg-Dorf gelegen, wurden die ältesten Besiedlungsspuren aus der Jungsteinzeit und Bronzezeit entdeckt. Bei Arbeiten zur Regulierung der Spree im Jahr 1876 stießen Arbeiter auf einen dreirädrigen Kultwagen aus der Bronzezeit. Experten datierten diesen Fund auf über 3000 Jahre, was als eindeutiger Beweis für eine frühe Besiedlung dieser Region im Spreewald gilt.
Sorbische Besiedlung und mittelalterliche Burgen
Nachdem die germanischen Semnonen das Gebiet verlassen hatten, kamen um das Jahr 600 die Sorben, auch Wenden genannt, in die Region. Etwa um das Jahr 1000 ließ der polnische König Bolesław I. Chrobry an diesem Ort eine bedeutende Burg errichten, die zu den größten Befestigungsanlagen nördlich der Mittelgebirge zählte. Der Ortsname Burg könnte von dieser Burganlage abgeleitet sein.
Die Besiedlung des Niedermoorgebiets rund um Burg stellte die Bewohner vor große Herausforderungen, da viele Aufgaben nur mit Hilfe von Kähnen erledigt werden konnten. Die Häuser wurden aus robusten Holzbohlen gebaut und mit Reet gedeckt. Viele dieser traditionellen Gebäude haben bis zu 300 Jahre überdauert und sind ein Zeugnis der historischen Bauweise in der Region.
Reformation, Bildung und Naturkatastrophen
Im Jahr 1535 wurde die Reformation in Burg eingeführt. Im gleichen Jahr wurde die Schriftsässigkeit nach Cottbus verlegt. Friedrich von Brandenburg ließ 1602 ein Verzeichnis der Landnutzung erstellen, das sechs Hufner, 51 Gärtner, drei Kötter und einen Müller verzeichnete, die insgesamt 28,5 Hufe bewirtschafteten.
Info: 1 preußische Hufe (1816) = 168000 Quadratmeter (m²).
1637 wird erstmals eine Schule in Burg erwähnt. Zwischen 1691 und 1699 kam es jährlich zu Hochwassern, die erhebliche Teile der Ernte zerstörten. Diese Naturkatastrophen stellten die Bewohner vor große Herausforderungen und prägten das Leben in Burg nachhaltig.