Foto: Spreewald Info
Spreewälder Meerrettich – die scharfe Wurzel aus dem Spreewald
Im Spreewald gehört Meerrettich seit Jahrhunderten zum Wintergenuss. Dank des nährstoffreichen, feuchten Auelehms und eines milden Klimas gedeiht die scharfe Wurzel hier besonders aromatisch. Vier Gemüsebaubetriebe kultivieren die Stangen auf rund zehn Hektar, dazu kam 2024 erstmals Gurkenhof Frehn als Neuzugang.
Jedes Jahr werden etwa 100 Tonnen frischer Meerrettich geerntet und direkt an die beiden Verarbeitungsbetriebe RABE Spreewälder Konserven und die Meerrettichreiberei Koal geliefert.
Ob klassisch gerieben, als sahniger Tafelmeerrettich oder verfeinert mit Honig, Preiselbeere und Sanddorn – Spreewälder Meerrettich bringt würzige Schärfe auf den Teller und ist ein echtes Winterhighlight.
Anbau & Ernte
Der Meerrettichanbau beginnt im Frühjahr mit dem Einstechen dünner Stecklinge – im Spreewald „Fechser“ genannt – in gut gelockerte Beetreihen.
Bis Juni heben die Landwirt:innen die Pflanzen vorsichtig aus, entfernen Seitenwurzeln und lassen nur den kräftigen Hauptstrang weiterwachsen.
Ab Oktober und bis zum ersten Frost ist Erntezeit: Mit Spaten und teils maschineller Unterstützung werden die tiefwurzelnden Stangen behutsam freigelegt und an einen Kühlpunkt gebracht.
Diese Handarbeit sichert den hohen Schärfegrad, für den der Spreewälder Meerrettich bekannt ist.
Verarbeitung & Sortenvielfalt
In den Verarbeitungsbetrieben werden die frisch geernteten Wurzeln zunächst gründlich gewaschen und geschält. Anschließend kommt der Meerrettich in automatische Reibetrommeln, die die scharfen Senföle freisetzen.
Traditionell wird er pur gerieben oder zu Sahnemeerrettich verrührt, in neuerer Zeit gibt es auch fantasievolle Varianten mit Honig, Preiselbeeren, Sanddorn oder roter Bete.
Jedes Glas trägt das EU-Siegel „g.g.A.“, das garantiert, dass überwiegend Spreewälder Meerrettich aus regionalem Anbau verarbeitet wurde.
So entsteht eine breite Palette von Produkten – von naturscharf bis mild-sahnig.
Geschichte & Bedeutung
Die scharfe Wurzel hat im Spreewald eine lange Tradition: Schon die slawischen Siedler brachten im 8. Jahrhundert Flachs und Wurzelgemüse mit, ab dem 16. Jahrhundert intensivierten deutsche Einwanderer den Anbau.
Während der DDR sicherten VEB-Kooperativen die Versorgung, nach 1990 übernahmen private Manufakturen wie die Meerrettichreiberei Koal (seit 1947) wieder die Veredelung.
Seit 1999 genießt der Spreewälder Meerrettich EU-weit das g.g.A.-Label – ein Zeichen für gelebtes Kulturerbe, strenge Qualitätskontrollen und die untrennbare Verknüpfung von Landschaft, Tradition und Geschmack.
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