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Foto: Spreewald Info

Spreewaldgurken

Seit März 1999 tragen echte Spreewaldgurken das EU-Siegel „geschützte geografische Angabe (g.g.A.)“ – ihr Name ist Programm. Bereits im 7./8. Jahrhundert bauten Slawen erste Gurken an; niederländische Einwanderer intensivierten den Anbau im 16. Jh. und machten die „Königinnen der Felder“ zum wichtigsten Wirtschaftszweig der Region.

Auf rund 512 Hektar Auelehm und Klocks liefert der Spreewald heute etwa 32 000 Tonnen Gurken pro Jahr, davon 60 ha biologisch und 75 ha als Schälgurken für Senf- und Schmorgurken.

Knackig, würzig und mild zugleich werden sie in mehr als zwanzig traditionellen Einlegereien verarbeitet – von Boblitz über Golßen bis Lehde. Wer mehr wissen möchte: Im Gurkenmuseum Lehde und bei Betriebsführungen in Golßen und Boblitz kannst du hinter die Kulissen schauen.

Geschichte & Tradition

Die Spreewaldgurke ist eng mit regionaler Identität verbunden: Theodor Fontane nannte sie bereits 1879 „Spitze der landwirtschaftlichen Erzeugnisse“. Früher fermentierte man in großen Holzfässern mehrere Wochen; heute wird durch Erhitzen auf 70 °C mit Natronlauge die Verarbeitung auf einen Tag verkürzt – ein Kompromiss zwischen Tradition und moderner Haltbarkeit.

Während der DDR sicherte der VEB Spreewaldkonserve Golßen die Versorgung, nach 1990 blieb die Gurke eines der wenigen Ostprodukte vertraut erhältlich. Lokale Feste wie das Spreewälder Gurkenfest in Golßen feiern Erntebeginn und Handwerk gleichermaßen.

Anbau & g.g.A.-Status

Die g.g.A.-Verordnung schreibt vor: Mindestens 70 % der Gurken müssen im Wirtschaftsraum Spreewald wachsen, die Verarbeitung muss vor Ort erfolgen und die Früchte 6–15 cm lang sein.

Feuchter, humusreicher Auelehm und das milde Klima garantieren gleichmäßiges Wachstum und geschmacksintensive Früchte. Rund 20 Betriebe – von Familienmanufakturen bis Genossenschaften – kultivieren Sorten wie Kornell, Matador und Minipickle. Ein Drittel der Fläche gehört Bio-Betrieben: Dort entstehen Honiggurken mit regionalem Lindenhonig oder Gurken für vegane Feinkost. Anbauleiter und heimische Agrartechniker optimieren Fruchtfolge, Düngung und Beregnung, um Ertrag und Qualität in Einklang mit dem Naturschutz zu bringen.

Verarbeitung & Sortenvielfalt

In den Einlegereien werden die Gurken je nach Sorte und Rezept als Gewürz-, Senf-, Salzgurke oder Honiggurke abgefüllt. Neben Dill und Knoblauch kommen Blätter von Weinreben, Kirsche, Nuss oder Basilikum zum Einsatz, die dem Produkt seine charakteristische Würze verleihen.

Traditionell unterscheidet man:

Salzgurke (Saure Gurke): milde, sauer-salzige Variante

Gewürzgurke: kräftig mit Dill, Senfkörnern und Knoblauch

Senfgurke: mit körnigem Senf und Essig

Honiggurke: süßlich dank regionalem Honig

Jede Gurkenglas-Sorte durchläuft mehrstufige Qualitätskontrollen: Form, Farbe, Bissfestigkeit und Aroma werden geprüft. Online-Shops wie Spreewaldkiste und Hofläden vor Ort bieten Probierpakete an. In der Spreewaldgastronomie sind Gurken nicht nur Beilage, sondern Zutat in Salaten, Schmorgurken und innovativen Gurken-Desserts – ein echtes Regionalerlebnis!

Gurkenstand

Gurkenverkostung während der Kahnfahrt

Shop

Spreewaldgurken bequem im Onlineshop der Spreewaldkiste kaufen

Spezialitäten aus kleinen und großen Manufakturen im Spreewald