Foto: Spreewald-Info.de
Frösche im Spreewald
Im Spreewald musst du Frösche nicht „suchen wie seltene Schätze“. Meist reicht: stehen bleiben. Am Grabenrand. Am stillen Fließ. Und dann kommt’s von allein – erst ein einzelnes Quaken, dann ein ganzes Durcheinander.
Hier passt einfach viel zusammen: Wasser, nasse Wiesen, Schilf, Tümpel, Waldkanten. Und genau solche Ecken brauchen Amphibien. Im Biosphärenreservat sind 13 Amphibienarten dokumentiert – also wirklich eine breite Bühne für Froschkonzerte.
Auf dieser Seite nimmst du dir die „üblichen“ Spreewald-Frösche vor: vom Moorfrosch (mit seinem kurzen Blau-Moment im Frühjahr) bis zu den Wasserfröschen, die gern auf Schwimmblättern hocken und bei der kleinsten Bewegung ins Wasser klatschen.
Wer quakt da eigentlich?
Im Spreewald triffst du nicht „den Frosch“, sondern eine ganze Truppe – und die klingt auch unterschiedlich.
Moorfrosch: Im Frühjahr können die Männchen in der Paarungszeit blau-violett werden. Dieser kurze Farbmoment ist fast schon Spreewald-Magie.
Laubfrosch: Grün, klein, und als Besonderheit: Er kann dank Haftscheiben wirklich klettern (nicht nur so ein bisschen).
Rotbauchunke: Macht im Frühsommer mit Rufen auf sich aufmerksam, und der rot-gelb gefleckte Bauch ist ihr klares Markenzeichen.
Wasserfrosch-Mix: Kleiner Wasserfrosch + Seefrosch + Teichfrosch (der Teichfrosch ist die Hybrid-Form, wenn beide Elternarten zusammen vorkommen).
Dazu kommen bei euch außerdem Grasfrosch und Erdkröte – die gehören in Feuchtbereichen ebenfalls zum typischen Bild.
Der beste Moment ist oft abends
Wenn du Frösche wirklich erleben willst, plan nicht zu viel – plan nur die Uhrzeit und sei ein bisschen clever.
Abends wird’s oft lebendiger: weniger Trubel, weniger Wind, mehr Stimmen.
Nach Regen ist die Chance gut, dass was unterwegs ist oder ruft.
Frühjahr bis Frühsommer ist die Zeit, in der’s akustisch am meisten passiert – vor allem bei Arten, die zur Paarungszeit richtig aufdrehen. (Beim Moorfrosch gehört auch die Blau-Färbung in diese Phase.)
Kleiner Trick: Stell dich nicht direkt ans Wasser und „starr“ hinein. Bleib 2–3 Schritte zurück, werd ruhig – dann traust du dich näher ran, ohne dass alles sofort abtaucht.
Wo du sie im Spreewald am ehesten findest
Frösche sind keine Fans von „irgendwo“. Die wollen Struktur: flach, ruhig, bewachsen.
Gute Spreewald-Orte (ohne Geheimnistuerei):
Gräben & ruhige Fließe mit Pflanzen am Rand
Überflutete Wiesen / nasse Senken im Frühjahr
Tümpel & Teichbereiche mit Schilf, Schwimmblattzonen, Deckung
Und ja: Bei den Wasserfröschen ist dieses Bild typisch – einer sitzt auf einem Blatt, sonnt sich, und sobald du einen Schritt zu deutlich machst: platsch.
Bitte kurz nett sein zu Fröschen
Klingt banal, ist aber der Unterschied zwischen „Naturmoment“ und „Stress für Tiere“:
Nicht ins Schilf trampeln, auch wenn’s spannend klingt
Kein Fangen/Anfassen (Haut ist empfindlich)
Abstand halten, vor allem in der Ruf- und Laichzeit
Wenn du Kinder dabei hast: Lieber „Wer hört was?“ spielen statt „Wer kriegt einen?“
Und wenn du abends mal ein richtiges Konzert hörst: kurz genießen, nicht reinlaufen. Man ist da schneller mitten in Brut- oder Laichplätzen, als man denkt.