Foto: Spreewald-Info.de
Holzbrücken im Spreewald
Im Spreewald durchziehen rund 1.575 km Wasserläufe das UNESCO-Biosphärenreservat Spreewald, das aus dichtem Fließ- und Kanalsystem besteht.
Um die Uferwege und Radrouten zu verbinden, säumen einfache Holzbrücken – die sogenannten Spreewaldbänke – das Labyrinth aus Wasserläufen.
Diese schmalen Bohlenstege ruhen auf Holzpfählen, verfügen meist über ein handfestes Geländer und fügen sich unaufdringlich in die Auenlandschaft ein. Anders als massive Stahl- oder Betonbauten betonen sie ihre Leichtigkeit und schonen den empfindlichen Wasserhaushalt. Fußgänger und Radler gewinnen so spontane Abkürzungen zwischen Dörfern, Gaststätten und Radfernwegen, ohne weite Umwege auf asphaltierten Straßen nehmen zu müssen. Durch regelmäßige Pflege durch Gemeinden und Wasserverbände erhalten die Brücken ihren tragfähigen Zustand, während lokale Initiativen Ersatzbauten nach historischen Vorbildern gestalten. Holzbrücken sind daher mehr als bloße Übergänge: Sie sind Kulturgut, umweltverträglich und ein essenzieller Teil der Spreewald-Experience.
Spreewaldbänke – schmale Bohlenstege
Spreewaldbänke sind die kleinsten Brücken im Spreewald: schmale Bohlenstege aus Kiefern- oder Eichenholz, die auf senkrecht gerammten Pfählen ein oder zwei Meter breite Fließe überspannen.
Mit nur einem Geländer an der Außenseite genügen sie, um Fußgänger sicher ans andere Ufer zu leiten. Ihre Deckplanken haben Fugen, die den natürlichen Wasserfluss erhalten, während Rundholzgeländer aus Erle oder Weide Schutz bieten. Diese Stege entstanden, als Flößer und Bauern ihre Ackerflächen an den Auelehmböden erreichen mussten, und sind heute beliebte Abkürzungen im Rad- und Wanderwegenetz. Einzelne Bohlen lassen sich per Hand wechseln, und lokale Holzfachbetriebe verwenden oft nachhaltiges Altholz, um das originale Erscheinungsbild zu bewahren.