Foto: Spreewald-Info.de
Kaupen – Sandinseln im Spreewald
Im UNESCO-Biosphärenreservat Spreewald tauchst du in ein Labyrinth aus Wasserwegen ein, zwischen denen erhabene Sandbänke liegen – die sogenannten Kaupen. Das Wort stammt vom sorbischen “kupa” für Insel und beschreibt winzige Talsandinseln, die vor rund 15.000 Jahren durch Schmelzwasser der Weichsel-Eiszeit im Baruther Urstromtal abgelagert wurden.
Weil die Spree nur ein sanftes Gefälle hat, verzweigte sie sich in hunderte Fließarme.
Sand und Kies sammelten sich dazwischen und bildeten Kaupen (Inseln), auf denen sich die Menschen zuerst ansiedelten. Heute findest du Streusiedlungen wie die Siedlung Kaupen bei Lübbenau oder den Ortsteil Kauper in Burg im Spreewald, deren Häuser zum Teil bis heute nur per Kahn erreichbar sind. Der Postkahn liefert in der Hauptsaison Sendungen an die Bewohner der Höfe. Auch die Müllabfuhr funktioniert hier nur mit dem Kahn. Die Kaupen zeigen, wie Geologie und menschliche Nutzung seit Jahrhunderten zu einer einzigartigen Kulturlandschaft verschmolzen sind.
Siedlungsstruktur und Alltag
Auf den Kaupen errichteten die Sorben und Wenden ihre Höfe in Streusiedlungen – jede Insel erhielt nur wenige Gehöfte, um Platz und Ressourcen zu schonen. In den Lübbenauer Kaupen, stehen einzelne Häuser auf kleinen Inseln, verbunden durch schmale Wege oder ausschließlich per Wasserweg erreichbar.
Selbst heute sind nicht alle Grundstücke ans Straßennetz angebunden; die Post kommt mit dem Kahn. Historisch betrieben die Inselbewohner Fischfang und später Landwirtschaft. Das älteste erhaltene Gebäude in Kaupen 8 stammt von 1840. Bis ins 20. Jahrhundert war Sorbisch Alltagssprache, bis Deutsch dominierte.
Heute leben viele Einwohner vom Tourismus: Gasthöfe, Ferienwohnungen und Paddelbootverleihe machen die Kaupen erlebbar.