Foto: Spreewald-Info.de
Burg als Streusiedlung
Burg im Spreewald ist keine herkömmliche Stadt, sondern eine Streusiedlung – Deutschlands größte ihrer Art. Statt kompakter Bebauung verteilen sich Hofstellen, Blockbohlenhäuser und Fachwerkbauten weitläufig über Felder, Wiesen und kleine Inseln, die „Kaupen“ genannt werden.
Umgeben von rund 300 natürlichen und künstlichen Fließen liegen die Gehöfte oft einzeln oder zu Zweien, sodass der Eindruck einer Parklandschaft entsteht. Diese lockere Siedlungsform ist historisch gewachsen: Sie diente dem Schutz vor Hochwasser und förderte die Nutzung der Wasserwege als Transport- und Lebensadern. Noch heute durchziehen schmale Rad- und Wanderwege das Netz aus Wasserläufen und verbinden die Ortsteile Burg-Dorf, Burg-Kolonie und Burg-Kauper. Wer hier anlegt, erlebt eine Kulturlandschaft, in der Mensch, Aue und Wasser untrennbar miteinander verwoben sind.
Entstehung & Geografie
Am Ende der letzten Eiszeit bildete sich im Baruther Urstromtal ein flaches Binnendelta, in dem die Spree kaum Gefälle aufwies und sich weit verzweigte.
Über Jahrtausende lagerten Sedimente ab, die schmale Sandinseln – die Kaupen – entstehen ließen. Diese natürlichen Anhöhen boten frühen Siedlern einen trockenen Baugrund und Schutz vor Hochwasser. Ab dem Mittelalter verstärkten erste Stauanlagen und Kanäle die Entwässerung, sodass Bauernhofstellen direkt an den Wasserläufen angelegt werden konnten.
Die Objekte reichen von Straupitz im Osten bis Vetschau im Westen und von Lübbenau im Süden bis zum Neuendorfer See im Norden – ein über 35 km² großes Labyrinth aus Wasser und Aue, das in seiner Ursprünglichkeit weltweit einmalig ist.
Charakteristik der Streusiedlung
Die Burger Streusiedlung zeichnet sich durch drei Typen von Kaupen aus: große, bebaute Inseln mit Wohnstallhäusern, kleine Gemarkungskerne und landwirtschaftliche Polderflächen. Die Wohnstallhäuser (Blockbohlenbauweise) verbinden Wohn- und Wirtschaftsbereiche unter einem Dach, während separate Scheunen und Strohdachgedeckte Speicher auf Feldern thronen.
Zwischen den Höfen liegen Streuobstwiesen und Gemüsebeete, die im Frühjahr in Blüte stehen. Das Feuchtgebiet mit Erlenbruchwäldern und Pfeifengrasfluren rund um die Fließe verleiht dem Ort eine parkähnliche Ästhetik. Diese lockere Siedlungsform war für die Bewirtschaftung ideal: Alles drehte sich um den Fluss als Verkehrsweg, und Felder lagen unmittelbar neben dem Wohnplatz.
Erkunden & Erleben
Burgs Streusiedlung lässt sich am besten vom Wasser aus entdecken: Kahnfahrten führen durch das Labyrinth der Fließe und passieren alle Ortsteile, darunter die beliebte Kolonisten-Tour und gemütliche Familientouren von den Häfen in Burg Spreewald.
Wer lieber zu Land unterwegs ist, findet 16 ausgeschilderte Wanderwege direkt in der Streusiedlung – vom Fontane-Rundweg bis zu Kräuter- und Kulturtouren.
Radler nutzen den Gurkenradweg, der durch alle Gehöfte verläuft und an Hofläden mit Spezialitäten Halt macht.
Für Fotografen bieten sich bei Morgennebel und Abendlicht unvergleichliche Motive: einsame Kähne, Reiher am Ufer und die weite Auenlandschaft, die Burg zur lebendigen Parklandschaft macht.