Foto: Spreewald-Info.de
Landwirtschaft im Spreewald
Kulturlandschaft, Nachhaltigkeit und Regionalmarke
Im UNESCO-Biosphärenreservat Spreewald wird über die Hälfte der rund 29.000 Hektar Fläche landwirtschaftlich genutzt – ein echtes Mosaik aus Ackerflächen, Feuchtwiesen und Fließrändern.
Alte Stauanlagen und Entwässerungsgräben regulieren den Wasserhaushalt, sodass in den lehmigen Auelehmböden (Klocks) Gemüse, Feldfrüchte und die weltberühmte Spreewälder Gewürzgurke hervorragende Bedingungen finden. Seit den 1990er Jahren treiben Biosphärenreservatsverwaltung, Naturschützer:innen und Landwirt:innen zusammen Programme voran, um traditionelle Nutzungsformen wie Ackerbau, Weidewirtschaft und Gemüseanbau zu erhalten und gleichzeitig neue, naturverträgliche Methoden zu entwickeln. Heute liefert die Region nicht nur Milch- und Fleischspezialitäten, sondern auch Honig, Kräuter und aromatische Edelgemüse – alles im Einklang mit dem Schutz der Artenvielfalt. Landwirtschaft im Spreewald ist damit weit mehr als Nahrungsmittelproduktion: Sie ist Herzstück des regionalen Natur- und Kulturerbes.
Traditionelle Nutzung und Kulturlandschaft
Die kleinteilige Kulturlandschaft hat sich über Jahrhunderte entwickelt und immer wieder angepasst: Winzige Gemüseparzellen, Wiesen und Streuobstwiesen entlang der Wasserläufe prägen das Bild des Spreewalds.
Seit den frühen 1990ern setzt man auf Förderprogramme und die Gründung der Bürgerstiftung Kulturlandschaft Spreewald, um Höfe finanziell zu stärken und traditionelle Bewirtschaftung fortzuführen. Dank LEADER+-Projekten fließen EU-Mittel in Renaturierung von Feuchtgebieten, Pflege von Auenwiesen und Bildungsangebote. So bleiben Bauernhöfe wirtschaftlich tragfähig und können neue Einkommenswege erschließen – von Direktvermarktung über Hofführungen bis zu Sanfttourismus. Die enge Zusammenarbeit zwischen Landwirt:innen, lokalen Initiativen und Behörden gilt heute als Muster nachhaltiger Regionalentwicklung.
Ökologischer Landbau
Ein Markenzeichen des Spreewalds ist sein hoher Bio-Anteil: Über 70 % der 29.000 ha landwirtschaftlicher Fläche im Biosphärenreservat werden nach strengen Öko-Kriterien bewirtschaftet – im gesamten Wirtschaftsraum sind es rund 30 %.
Seit 2004 trägt die Region zusätzlich das Label „gentechnikfreie Zone“: 56 Betriebe verzichten freiwillig auf GVO in Saatgut und Futter – das entspricht etwa 24 000 ha Fläche.
Kontrolliert wird per Vertrag und Stichproben. Diese Kombination aus biologischem Anbau und Gentechnikfreiheit sichert saubere Böden, reines Wasser und schafft Vertrauen bei Verbraucher:innen. Fruchtfolgen, Zwischenfrüchte und minimaler Pflanzenschutz sorgen für Erosionsschutz und Humusaufbau – ein Vorbild für nachhaltige Landwirtschaft.
Dachmarke Spreewald
Produkte mit der Dachmarke Spreewald garantieren echte Regionalität, geprüfte Qualität und Umweltstandards – sichtbar am charakteristischen Logo.
Als Ergänzung kooperiert die Biosphärenreservatsverwaltung mit zehn Referenzbetrieben: Von Großgenossenschaften bis Familienhöfen engagieren sie sich in Umweltmanagement, Agroforst, Moorschutz und nachhaltiger Energiegewinnung.
Ihre Praxiserfahrungen fließen in die Pflege- und Entwicklungspläne ein und werden in Exkursionen, Workshops sowie wissenschaftlichen Studien präsentiert. Mit Unterstützung aus EU-LEADER-Fonds und lokalen Projekten erproben sie innovative Methoden für Bodenschutz und Klimaanpassung. So wird die Landwirtschaft im Spreewald zum lebendigen Lernfeld für nachhaltige Agrarentwicklung.
Produkte aus dem Spreewald