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Spreewald Brauch

Die niedersorbische Festtagstracht

Jeder kennt von einem Foto oder im Original die typische Tracht, oft falsch als Spreewaldtracht bezeichnet. Doch diese Tracht wird nur zu Festtagen im Spreewald und der Niederlausitz getragen und ist meist von Ort zu Ort verschieden. Im Alltag tragen nur noch die älteren Frauen eine in der Farbe gedeckt gehaltene Tracht ohne Spitzenschürze und Schultertuch, die Alltagstracht.

Schon zum Jahresanfang wird die Festtagstracht aus dem Schrank geholt und zur wendischen Fastnacht von den spreewälder Frauen und Mädchen mit Stolz präsentiert. Im Laufe des Jahres kann man die spreewälder Tracht noch zu vielen Bräuchen und Traditionen bewundern. Dazu gehören Ostern, Heimatfeste und Erntebräuche bestaunen.

Der Aufbau der Tracht

Die Bedeutung der Farben
Die Farbskala der Röcke (Kosula, der Rock) der Festtagstracht ist groß. Dabei steht die Farbe Rot für die ledige Frau. Es ist die Farbe der Jugend, Freude und Liebe. Grün war der verheirateten Frau vorbehalten. Das ist die Farbe der Ehre und Fruchtbarkeit und steht für den Ernst des Lebens. Man wird bei der Festtagstracht nie die Farbe Weiß als Rock sehen. Diese stand bis um 1900 für tiefe Trauer. Schwarz ist für den Kirchgang und für religiöse Festlichkeiten vorgesehen. Auch die Farben Blau und Lila werden vermehrt getragen.

Aufbau der Tracht
Verziert ist der Rock von einem mit Blüten (Rosen, Stiefmütterchen, Veilchen) und Ranken besticktem Seidenband, außerdem mit Spitze und Samtband. Da der Rock hinten in superdichten Falten genäht ist, erreichen die Bänder eine Länge von bis zu 3,50 Meter. Das Seidenband wird von Hand bestickt,... man kann sich vorstellen, wie lang man daran arbeiten muß.

Zur Festtagstracht liegt um den Schultern das pastellfarbene Seidenhalstuch (Cypjel). Es ist ebenfalls mit Blumenranken bestickt und außerdem mit einer Tüllspitze umsäumt. Zu der Festtagstracht wird eine weiße Spitzenschürze und ein farbiges Schleifenband getragen, ebenfalls aus Seide. Damit nichts rutschen kann, werden das Halstuch und das Band mit Nadeln am oberen Teil des Rockes, dem Mieder, befestigt. Mit ungefähr 35 bis 40 Nadeln wird die Tracht so zusammen gehalten.

In der Gegend um Burg im Spreewald und Werben trägt man außerdem zur Tracht noch das Kopftuch, die Haube (Lapa). Sie ist die größte Haube im Spreewald. Eine Pappe dient als Gestell, an der das bestickte Seidentuch mit Nadeln befestigt wird. Nur noch Frau Dziumbla aus Burg kann diese spezielle Haube herstellen. Sie besitzt seit 1990 eine Trachtenstickerei.

In den Spreewalddörfern Leipe und Lehde trägt Frau eine sehr kleine, nicht ausladende Haube. Auch in Sielow ist die Trachtenhaube sehr viel kleiner als in Burg. Die Haube der Radduscher Frauen ist nicht hoch, dafür sehr breit. Und die Straupitzer Trachtenhaube ist leicht an den spitzen Ecken rechts und links der Haube zu erkennen. Die Vielfalt der Hauben im Spreewald und der Niederlausitz scheint fast unbegrenzt.

Straupitzer Tracht

Straupitzer Festtagstracht

Der Wert einer Tracht

Die Spreewälderin trägt ihre Tracht mit Stolz. Traditionsbewusstsein und Brauchtumspflege stehen hierbei im Vordergrund. Auch der materielle Wert soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. Zwischen 1.500 und 2.000 Euro muss Frau für eine neue Tracht ausgeben.


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