Die Spree - Hauptfluss im Spreewald
Im Herzen des Spreewalds schlängeln sich zahlreiche Flüsse durch die Landschaft. Sie prägen das einzigartige Ökosystem dieser Region. Der Hauptfluss, der durch den Spreewald fließt, ist die Spree. Die Entstehungsgeschichte dieser Flüsse ist faszinierend und eng mit der geologischen Entwicklung der Spreewald Region verbunden.
Das verzweigte Netz im Spreewald: Fließe und Kanäle
Rund 300 Fließe und Kanäle im Spreewald prägen die Landschaft. Dieses verzweigte Netz kommt auf eine Gesamtlänge von 1.575 Kilometer. Teils natürlich, teils künstlich angelegt, sind die Fließe heute wichtig für das Ökosystem im Spreewald.
Natürliche Fließe im Spreewald
Am Ende der letzten Eiszeit vor rund 11.600 Jahren zogen sich die Gletscher zurück. Das Eis schmolz und die Spree teilte sich in ein feingliedriges Fließgewässernetz. So entstanden hunderte natürliche Fließe.
Viele dieser natürlichen Fließe hatten ein geringes Gefälle. So kam es häufig zu Überflutungen. Schwarz-Erlen fanden hier ihren Lebensraum, da sie feuchte Standort bevorzugen.
Künstliche Kanäle im Spreewald
Vor Jahrhunderten begannen die Bewohner der Spreewaldregion die Wasserläufe (Flussläufe) zu kanalisieren und zu regulieren. So entstanden Flächen, die für die Landwirtschaft nutzbar sind. Diese Wasserwege, als weit verzweigtes Netzwerk, dienen nicht nur der Bewässerung der umliegenden Felder. Noch heute werden die Kanäle als Verkehrswege für Kanus und Kähne genutzt. Der Transport von Waren mit dem Kahn ist vor allen Dingen in den Orten Lehde und Leipe noch gängig.
Welche Flüsse fließen durch den Spreewald?

Die Spree ist der zentrale Fluss des Spreewalds und rund 400 Kilometer lang.
Wo liegt die Quelle der Spree?
Die Quelle der Spree liegt in der Oberlausitz am Berg Kottmar in Sachsen. Über die Niederlausitz, geprägt von Braunkohlenabbau und Flussregulierung, erreicht sie den Spreewald. Dort verzweigt sich die Spree in hunderte natürliche und künstliche Fließe. Ein einzigartiges Gewässernetz (Fließlabyrinth) welches die charakteristische Landschaft im Spreewald prägt.
- Berste – 37 km Länge
- Burg-Lübbener-Kanal – 19 km Länge
- Greifenhainer Fließ – 31 km Länge
- Großes Fließ – 25 km Länge
- Kleine Spree – 40 km Länge
- Kleines Leineweberfließ
- Leineweberfließ
- Mittelkanal – 13 km Länge
- Neue Spree – 5 km Länge
- Nordumfluter – 25 km Länge
- Puhlstrom – 9 km Länge
- Scheidungsfließ
- Südumfluter – 17 km Länge
- Umflutkanal – 9 km Länge
- Vetschauer Mühlenfließ – 26 km Länge
In Berlin, unterhalb der Schleuse Spandau, mündet die Spree in die Havel.
Geologische Entstehung des Spreewalds
Die geologische Entstehung des Spreewalds ist eng mit den Eiszeiten verbunden. Während der letzten Eiszeit, der Weichsel-Kaltzeit, vor rund 115.000 bis 11.600 Jahren, formten mächtige Gletscher das Landschaftsbild der Region. Als sich die Gletscher zurückzogen, hinterließen sie zahlreiche Seen und Toteislöcher, die später zu den charakteristischen Fließen und Kanälen des Spreewalds wurden.
Bedeutung der Fließe für Mensch und Natur

Die Fließe des Spreewalds spielen eine zentrale Rolle für Mensch und Natur. Sie versorgen die Region mit Wasser und bieten Lebensraum für eine Vielzahl von Pflanzen- und Tierarten. Besonders bemerkenswert ist die reiche Vogelwelt im Spreewald, die von seltenen Arten wie dem Eisvogel und dem Schwarzstorch bevölkert wird. Darüber hinaus sind die Flüsse auch wirtschaftlich von großer Bedeutung, da sie traditionell für die Fischerei und den Transport der Ernte sowie landwirtschaftlichen Geräten und Tieren genutzt werden. Aber auch der Tourismus im Spreewald profitiert von einem funktionierenden Wasserhaushalt. Kahnfahrten und Kanutouren sind bei Niedrigwasser nicht durchführbar.
Der Einfluss des Menschen auf die Wasserregion

Die Fließe im Spreewald sind größtenteils natürlichen Ursprungs. Der Mensch hat im Laufe der Jahrhunderte maßgeblich zu ihrer Gestaltung beigetragen. Die Kanalisierung und Regulierung der Wasserläufe sowie der Bau von Schleusen und Wehren haben das Erscheinungsbild verändert und zu einem komplexen Netzwerk aus künstlichen und natürlichen Wasserwegen geführt. Diese Eingriffe haben zwar dazu beigetragen, die Fließe für die Landwirtschaft und den Transport nutzbar zu machen, gleichzeitig aber auch ökologische Veränderungen und Herausforderungen mit sich gebracht.
Bedeutung der Schleusen und Wehranlagen im Spreewald
Schleusen kommen im Spreewald zum Einsatz, wenn Höhenunterschiede (Niveauunterschiede) von Wasserstraßen (Kanälen) mit dem Paddelboot oder Spreewaldkahn zu überwinden sind. Zwischen dem Spreewald und Berlin gibt es zahlreiche Schleusen. Ca. 64 Schleusen und Wehranlagen findet man derzeit zwischen Cottbus im Oberspreewald und Schlepzig im Unterspreewald.
Neben ihrer Hauptfunktion, die Höhenunterschiede auf den Wasserstraßen im Spreewald auszugleichen, erfüllen diesen einen weiteren wichtigen Zweck. Nehmen Sie sich eine Wasserwanderkarte, die alle befahrbaren Fließe aufführt, stellen Sie fest, dass die Schleusen über die Region Spreewald diagonal angeordnet wurden. Das dient dem Zweck, die Wasserstände, die der Spreewald braucht, beeinflussen zu können.
Schleusen im Spreewald: Höhenunterschiede und Wasserstände








